Bildung

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Die Stadt – der öffentliche Raum – ist der Ort für Begegnung, Lernen und neue Ideen.

Gerade in der immer medialer werdenden Welt bekommt der öffentliche Raum, das Draußen sein, die Aneignung des direkten Wohnumfelds eine immer größere Bedeutung. Dafür braucht es Strukturen, die Aneignung erleichtern, dafür braucht es aber auch Impulse.

Stadtimpulse beschäftigt sich mit Ansätzen des sozialräumlichen Aneignungskonzepts und dem urbanen lernen, initiiert und entwickelt Projekte zur Raumaneignung mit dem Fokus auf Bildungsprozessen im urbanen Umfeld.

Immer geht es in unseren Projekten um Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, um Mitwirken und Mitgestalten –und dies vor allem mit Menschen, die im Teilhaben und Gestalten wenig Übung und kaum Erfahrung haben. Wir sind der Überzeugung dass Teilhabe und Mitbestimmung vor allem durch das Erleben von Selbstwirksamkeit entsteht und diese am leichtesten an konkrete Orte gebunden ist. Oder anders je mehr der Mensch den direkten Kontakt und die Verbindung zu öffentlichen Orten verliert, desto stärker ist der Rückzug ins Private und das Empfinden von Handlungsunfähigkeit und Ohnmacht.

Die gesellschaftliche Teilhabe fängt vor der Haustür an. Die eigene Haustür ist der Übergang in die Öffentlichkeit, das Heraustreten aus dem Privaten, die die Möglichkeit und auch die Gefahr von Begegnung beinhaltet.

Das Gestalten der Haustür ist der erste Akt sich über das Private hinaus zu engagieren, ein Zeichen des eigenen Gestaltungswillen zu setzen. Von der Haustür dann zum Blumentopf im Hausflur oder gar dem Bepflanzen der Baumscheibe vorm Haus. Ein Kaffeetrinken mit Nachbarn auf der Bank vor dem Haus, ein Grillfest in der Grünanlage oder eine Schnitzeljagd mit den eigenen und Nachbarskindern die nächsten Schritte. Die Aneignung von öffentlichen Räumen, das Nutzen von Räumen, das Erleben von Begegnung in öffentlichen Räumen führt unweigerlich dazu, Spuren zu hinterlassen, Geschichten zu erleben, Verbindungen herzustellen, Identifikation aufzubauen. Der Baum unter dem ich mit meinem Kind Kastanien gesammelt habe, der Kiosk vor dem ich oft ein ‚Schwätzchen‘ halte, die Wiese auf der ich andere Nachbarn getroffen habe. Je mehr solche Begegnungen stattfinden desto mehr wird der unbelebte Raum zu einem Ort mit persönlicher Bedeutung. Daraus entstehen schnell Ideen. Und daraus entsteht die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

 

 

Letzte Änderung am Samstag, 05 August 2017 10:46
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